Wir schreiben jetzt in der ganzen Geschichte den 13. Oktober 2003. Es ist alles überstanden, alle OP’s liegen hinter mir und es folgen nur noch die üblichen Kontrolluntersuchungen, die im Laufe der Zeit auch weniger werden.
Ich hoffe das jetzt tatsächlich alles Passé ist und ich diese Geschichte nicht noch mal verlängern werden muss.
Sollte natürlich noch was passieren, was mit der Erkrankung im Zusammenhang steht, so werde ich dies hier berichten.
Ich hoffe, jedoch das dies nicht nötig sein wird und das jeder der diesen langen Text bis hier her gelesen hat mir dafür auch alle Daumen drückt.
Unfreiwillige Fortsetzung
Wie hatte ich mir nur einbilden können, die ganze Geschichte sei hier wirklich zu Ende gewesen. Hätte mir ja eigentlich schon selber klar sein müssen, dass das so nicht sein kann.
Jedenfalls bekam das ganze im April 2004 mal wieder eine neue Wendung. Irgendwie bekam ich zu diesem Zeitpunkt, mal wieder das mir allzu bekannte Gefühl, dass die rechte Brust anfing zu spannen und größer zu werden. “Aber so ein Blödsinn, bin doch gerade erst vor sieben Monaten operiert worden und es wurde schließlich alles entfernt.” Also, den Gedanken ganz schnell wieder verdrängt, man kann sich schließlich auch was einreden. Aber in den nächsten Wochen habe ich immer weniger das Gefühl, dass ich mir dies nur einrede.
Also was liegt näher, als einen Termin für eine Ultraschalluntersuchung zu machen und sich bestätigen zu lassen, dass da absolut nichts ist. Also geh’ ich am 18.05.04 zur Ultraschalluntersuchung. Der Arzt bestätigt mir dann auch, dass sonographisch keine Auffälligkeiten festzustellen sind (wusste ich es also doch!). Allerdings rät er, aufgrund der Vorgeschichte zu einer Kernspintomographie der rechten Brustwand.
Jetzt hatte ich endlich wieder Oberwasser, schließlich war ja nichts festzustellen. So war es für mich auch gar kein Problem einen Termin für ein MRT zu vereinbaren.
Dies sollte dann eine knappe Woche später am 27.05.05 so weit sein. Kernspintomographie war mir aufgrund der Nachsorgeuntersuchungen ja schon nichts unbekanntes, daher war es für mich schon fast etwas normales. Als ich dann aber in dieser Röhre lag, war mir ziemlich schnell klar, dass scheinbar doch etwas nicht stimmte. Erstens dauerte die Untersuchung länger als sie eigentlich sollte, zweitens bemerkte ich irgendwann das typische Wärmegefühl einer MRT-Untersuchung auch auf der linken Seite. Da fing ich dann doch schon wieder das Grübeln an. Nach der Untersuchung musste ich zunächst noch mal im Wartezimmer platz nehmen, bis ich von der Ärztin aufgerufen wurde.
Diese fing Ihre Erklärung dann damit an, dass man an der rechten Brust Fettgewebe festgestellt habe, daher sei zur Kontrolle noch eine Aufnahme der linken Brust gemacht worden (sie erzählt nichts wirklich neues, dass hatte ich auch schon bemerkt). Hier habe man auch Fettgewebe festgestellt, allerdings nur in minimalster Menge. Sie erklärte und umschrieb das ganze eine Weile, bis ich ihr sagte, sie solle mir doch einfach sagen, dass es sich um eine Gynäkomastie handele. Da sie meine Vorerkrankungen nicht kannte, war sie zunächst etwas verdutzt und jetzt fing ich erstmal an zu erklären. (:-)
Nachdem dann soweit alle wichtigen Daten ausgetauscht waren, erklärte sie mir dann, dass demnach ein Rezidiv aufgetreten sei. Sie empfahl zunächst keine weitere operative Behandlung, stattdessen sollte es einfach nur vom Urologen beobachtet werden.
Nachdem dieser den Befund vorliegen hatte, teilte er diese Meinung. So wurde es im Rahmen der vierteljährlichen Routineuntersuchungen mit kontrolliert. Allerdings mit dem Ergebnis, das es immer etwas mehr wurde.
So konnte ich mich dann bis ungefähr Frühjahr 2005 “retten”. Dann fing es allmählich doch wieder an, Probleme zu bereiten. So spürte ich gelegentlich eine Art Druck auf den Rippen.
Im Juni musste ich dann wieder mal einsehen, dass es so nicht weiter geht und ich die Sache ganz offensichtlich nochmals operativ entfernen lassen muss.
So besorgte ich mir zunächst ziemlich kurzfristig einen Termin im Krankenhaus zur Besprechung mit dem Chefarzt.
Dieser teilte meine Meinung, die Gynäkomastie zu entfernen, wollte dies aufgrund der Ergebnisse zunächst aber nur rechts machen und ich sollte abwarten, wie es sich auf der linken Seite entwickelt.
Das war allerdings eine Vorstellung mit der ich mich nicht anfreunden konnte. Wenn ich jetzt sowieso ins Krankenhaus und den OP musste, dann sollten m.E. auch beide Seiten operiert werden, so dass dann zu 99% Ruhe einkehren musste. Ganz bestimmt aber, hatte ich keine Lust mich jetzt operieren zu lassen und evtl. in einem halben Jahr nochmals. Dies erklärte ich auch dem Chefarzt, allerdings brauchte es einige Diskussionen, an deren Ende allerdings ich gewann. ![]()
So erhielt ich einen Termin zur vorstationären Untersuchung für den 18. Juli 2005. An diesem Tag hatte ich gegen 11.00 Uhr dort zu erscheinen. Nachdem ich mich in der Patientenverwaltung angemeldet hatte, musste ich in die chirurgische Ambulanz. Nachdem einer kurzen Wartezeit wurde ich aufgerufen. Nun wurde mir zunächst Blut abgenommen, anschließend erschien eine Assistenzärztin, die sich das ganze noch mal anschaute und mit mir das Aufklärungsgespräch über evtl. Risiken etc. führte. Was mich allerdings wunderte war, dass dabei abermals nur von der rechten Seite gesprochen wurde. Auf meine Nachfrage hin, wurde mir erklärt, dass auch nur dies in der Akte vermerkt sei. Da ich logischerweise sofort protestierte, wurde dann der Chefarzt angerufen, der sodann persönlich erschien und die Sache klärte. Es war lediglich vergessen worden, nach besagter Diskussion, die Änderung in die Akte zu übertragen. So blieb es allerdings dabei, dass nun beide Seiten operiert werden sollten. Nach einem anschließenden Narkosegespräch mit einer Anästhesistin durfte ich für diesen Tag nochmals nach Hause.
Ich sollte dann am nächsten Morgen (19. Juli) um 7:00 Uhr auf der Station erscheinen. Nach der Aufnahme dort und entsprechender Vorbereitung sollte ich dann um 8:00 Uhr operiert werden.
Nachdem ich einigermaßen gut geschlafen hatte, machte ich mich also mal wieder auf den Weg und war dann auch pünktlich auf Station 12. Dort zeigte man mir zunächst mein Zimmer, welches ich vorerst für mich alleine hatte, und fing dann langsam an, mich auf die OP vorzubereiten. Gegen 07:20 Uhr erschien dann eine Krankenschwester, die mir eine Beruhigungstablette brachte, verbunden mit den Hinweisen, dass sie mich in ca. 20 Minuten in den OP bringen würde und dass ich, nachdem ich die Tablette genommen hätte nicht mehr aus dem Bett steigen sollte. Dies brachte mich doch etwas zur Verwunderung, war ja schließlich nicht meine erste OP, aber das hatte man mir noch nie gesagt. Zehn Minuten später kam es, wie es in solch einer Situation kommen muss, ich spürte einen Druck auf der Blase. Also kurz überlegen und dann zu dem Ergebnis kommen, dass die Situation keinen Aufschub duldet. Da diese Tabletten bei den bisherigen OP’s bei mir auch keine großartige Wirkung zeigten, machte ich mir keine Gedanken und ging nochmal auf Toilette. Und es ging auch alles gut. Nachdem ich gerade wieder auf dem Zimmer war, kam die Krankenschwester zurück um mich nun in den OP zu bringen. Wie ich so genau in den Vorbeitungsraum gekommen bin, weiss ich im nachhinein nicht mehr. Im Rückblick kann ich daher auch verstehen, warum ich nach der Tablette im Bett bleiben sollte. Ich kann mich jedenfalls nur noch daran erinnern, dass ich im Bett aus dem Zimmer gefahren wurde, das nächste ist dann schon die Schleuse vor dem OP (der weg bis dahin einschließlich Aufzug: keine Ahnung!). Da hatte ich allerdings mal wieder ein nettes Erlebnis.
Nachdem ich vom Bett auf die “OP-Pritsche” gewechselt hatte, gab man mir diesemal ein grünes Tuch zum zudecken und nicht wie die letzten male ein weisses. Daraufhin fragte ich die Krankenschwester aus Spaß, ob sie hier neue Decken hätten. Daraufhin entgegnete Sie mir, ob ich schon mal hier im OP gewesen sei, dass ich das wüsste. Etwas verwundert erklärte ich ihr, dass ich schon mehrmals operiert worden wäre und erläuterte ihr die Geschichte. Hierauf bekam ich dann nur zu hören, “Gut das sie das sagen, das Zentralarchiv hat nämlich mitgeteilt, dass es zu ihrer Person noch keine Akte gibt, da müssen wir dann nochmal nachhören”. Ich muss schon sagen, auch das war mal wieder sehr ermutigend, so kurz vor der OP.
Als das geklärt war, ging es dann mal wieder in den Vorbereitungsraum, aber auch von dem Weg bis dahin weiss ich nichts. Dort angekommen, stellt sich mir mal wieder die Chefärztin der Anästhesie vor und legte dann den venösen Zugang, anschließend verliess sie den Raum nochmals, wie lange ist mir ebenfalls nicht bewusst. Jedenfalls hörte ich als nächstes die Stimme der Anästhesistin hinter mir, als sie den Raum wieder betrat und sagte “So, dann wollen wir mal anfangen”. Aber das sie neben mich gekommen ist und die Narkose gespritzt hat, weiss ich wie vieles andere von dem Tag auch nicht.
Das nächste, was ich dann wieder weiss, ist das ich im Aufwachraum aufgewacht bin und mir zunächst garnicht bewusst war, dass die OP bereits gelaufen war. Nachdem ich noch ein paar mal wieder eingeschlafen war, kam die Anästhesistin an mein Bett um Puls und Blutdruck zu prüfen. Sie erklärte mir, dass sie nachher noch auf die Station käme und mir über den Verlauf der Narkose berichten würde.
Kurze Zeit später teilte man mir dann auch schon mit, dass ich gleich wieder abgeholt würde und auf die Station käme. Dort angekommen, habe ich mich die meiste Zeit des Tages mal wieder ausgeschlafen. Zwischendurch kam dann mak wie versprochen die Anästhesistin und kurze Zeit später auch der Operateur. Beide erzählten mir dann wie die OP so abgelaufen war. Der Chirurg teilte mir mit, dass soweit alles problemlos verlaufen sei, man habe nur dieses mal weiter Richtung Rippenbogen schneiden müssen. Insgesamt habe das entfernte Drüsengewebe eine Größe von zwei reifen Kirschen gehabt.
Die nächsten Tage verliefen eigentlich recht ruhig, ich verbrachte die gesamte Zeit eigentlich nur damit, auf meine Entlassung zu warten. Ausser einer Verbandskontrolle jeden Tag passierte ja nichts weiter. Und die Verheilung verlief diesmal zum Glück problemloser als beim ersten Mal, was vielleich aber auch daran lag, dass die Drainage diesmal länger drin blieb als bei der ersten OP. Diese wurde erst Donnerstagmorgen gezogen.
Entlassen wurde ich dann Freitags morgens, mit der Massgabe mich die nächste Zeit ruhig zu verhalten und am darauffolgenden Dienstag zur ambulanten Kontrolle zu kommen. Bei dieser Kontrolle wurde dann noch ein Ultraschall der Narben gemacht, da ich mal wieder größere Hämathome hatte und man ausschliessen wollte, das sich abermals Blut ansammelt. Aber hier konnte im Anschluss Entwarnung gegeben werden, so dass ich noch eine Weile krankgeschrieben wurde, bis zur Abheilung, und die Sache damit erledigt war.
Ein weiterer Ausblick
Jetzt haben wir mittlerweile Anfang August des Jahres 2005 und ich wage abermals einen Ausblick. Auch die letzte OP ist gut überstanden und diesmal hoffe ich wirklich, dass mich jetzt nichts mehr überraschen wird und wirklich nur noch die üblichen Kontrolluntersuchungen folgen werden.
Aber wie gehabt, sollte noch irgendetwas passieren, so werde ich auch dieses hier berichten.
Die Entfernung der Gynäkomastie
Nachdem ich also auch dieses Kapitel abgeschlossen und somit für mich zumindest mental mit der Erkrankung abgeschlossen hatte, konnte ich mich endlich auch um die Ursache des ganzen kümmern. Zunächst sträubte ich mich noch dagegen, da ich das Krankenhaus so schnell nicht wieder sehen wollte. Aber anders gesehen wollte ich, dass auch nicht mehr all zu lange vor mir her schieben. So kam es dass ich ziemlich kurzfristig während meines Urlaubs einen Termin zur Besprechung im Krankenhaus mit dem Chefarzt der Chirurgie ausmachte. Diesen Termin erhielt ich zu meiner Verwunderung auch schon zwei Tage später. So kam es, dass ich schneller wie ich gedacht hatte, mal wieder im Krankenhaus saß und mich mit einem Arzt unterhalten musste.
Der Chefarzt erklärte mir dann, dass das ganze keine große Sache sei, man aber nicht unbedingt noch lange warten sollte. Daher schlug er mir dann auch einen Termin für Mitte September vor, den ich ohne viel drüber nachzudenken annahm.
Dementsprechend hatte ich dann am 23. September 2004 einen Termin zur ambulanten Voruntersuchung. Dabei wurde dann erstmal Blut abgenommen, ein EKG erstellt und die Lunge geröntgt (wozu dieses Röntgenbild gut war, weiß ich bis heute noch nicht). Nachdem dann 5 Stunden vergangen waren, stand dann endlich auch fest, dass alle Ergebnisse in Ordnung waren. So durfte ich wieder nach Hause und sollte Donnerstag Nachmittag zur Aufnahme auf der Station erscheinen. Dem kam ich natürlich auch nach und kam Donnerstag brav wieder ins Krankenhaus. Allerdings hätte ich mir den Tag auch schenken können. Es hätte m.E. auch gereicht, wenn ich wie zur Tumor-OP auch Freitags morgens erschienen wäre. Aber die Ärzte wollten es ja anders und so saß ich den Donnerstag dumm im Krankenhaus rum.
Aber dafür war ich Freitags dann auch der erste der operiert wurde. Bereits um 06.30 wurde ich von den Krankenschwestern geweckt, da ich mich für die OP vorbereiten (sprich OP-Hemd und Thrombosestrümpfe anziehen) sollte. Das war aber in eigentlich fünf Minuten erledigt und so saß ich dann noch eine Stunde mit knurrendem Magen in meinem Zimmer. Gegen halb acht kam dann eine Krankenschwester und brachte mir die Beruhigungstablette, welche ich einnehmen sollte. Aber genau wie beim ersten mal auch, konnte die gar nicht wirken, da ich schon fünf Minuten später Richtung OP gerollt wurde. Als wir mit dem Bett vor dem Aufzug standen, erklärte ich der Krankenschwester, dass ich noch mal auf Toilette müsse. Da direkt neben den Fahrstühlen die Besuchertoilette ist, meinte sie ich solle dann kurz dahin gehen, sie würde schon auf mich warten. Da ich aber ja eigentlich schon im Bett lag, musste ich also im OP-Hemd und auf Thrombose-Strümpfen auf die Toilette. Was mir erst später bewusst wurde, war dass man mich so auch in den OP brachte. Soviel also zur sterilen Hygiene dort. (:-). Aber es hat ja nicht geschadet.
Im OP angekommen, dann das übliche Spiel, zunächst wurde im Vorbereitungsraum das EKG und das Blutdruckmessgerät angeschlossen. Dann kam die Chefärztin der Anästhesie, die an dem morgen die Narkose übernehmen sollte. Während Sie die Nadel legte, versuchte Sie mir zu erklären, dass ich mich zu sehr verkrampfen würde und das die Situation für Sie und für mich nur unnötig erschwere. Dafür hätte ich ja schon wieder unter die Decke gehen können. Ich weiß wirklich nicht ob die Ärzte immer wissen wovon sie reden bzw. würde es mich mal interessieren, wie diese sich in solchen Situationen verhalten.
Aber dann war der Zugang auch schon drin und sie konnte das Narkosemittel spritzen. Ich weiß nur noch, dass die Ärztin mich nach meinem Alter gefragt hat. In dem ich ihr die Antwort gab, fing die Lampe an der Decke über mir an sich zu drehen und ich war weg.
Wach wurde ich dann wieder im Aufwachraum. Dort musste ich mich dann erstmal orientieren. Nachdem ich dann noch zweimal wieder eingeschlafen war, war ich endlich wieder bei mir und wusste wo ich bin. Lediglich was jetzt so genau passiert war, wusste ich noch nicht. Kurz danach wurde ich dann aber wieder auf die Station geholt und dort erklärte mir ein Oberarzt anschließend wie man die OP durchgeführt hatte und das es notwendig gewesen sei in jede der zwei Wunden eine Drainage zu legen. Der restliche Freitag verging dann mit viel Schlafen eigentlich auch sehr schnell.
Samstag morgens kam der Chefarzt selber zur Visite. Er erklärte mir auch noch mal kurz, was gemacht wurde. Danach schaute er sich die Nähte und die Drainagen an. Daraufhin kam er zu dem Ergebnis, das scheinbar schon nicht mehr viel Blut in die Drainage fließe und diese daher entfernt werden könnten. Das erledigte er auch direkt selber und so war ich diese zwei lästigen Teile nicht mal 24 Stunden nach der OP wieder los.
Auf meine Frage wann man ungefähr mit einer Entlassung rechnen könne (ich selber ging von fünf Tagen Aufenthalt aus), antwortete er: “Dort ist die Tür, wenn Sie wollen können Sie heute gehen.” Das war mir dann aber doch irgendwie unheimlich und das erklärte ich auch so.
Daraufhin schlug er mir vor, noch einen Tag im Krankenhaus zu bleiben und am Sonntag nach der Visite zu gehen. Das kam mir schon besser vor und so willigte ich ein. Nachmittags wurde ich dann völlig überraschend von meiner Freundin, die damals noch knapp 80 km entfernt wohnte besucht. Etwas wo ich nicht mit gerechnet hatte, da sie eigentlich am nächsten Tag für eine Woche kommen wollte.
Am Sonntagmorgen kam dann einer der Oberärzte zur Visite, dieser schaute sich die Nähte an und meinte, da müsste ich wohl noch etwas dableiben. Ich erwiderte ihm daraufhin, dass der Chef mich schon gestern entlassen wollte und man sich aber auf den heutigen Tage geeinigt habe. Widerwillig meinte er dann, wenn der Chef das gesagt habe sei dies wohl korrekt.
Daher durfte ich mich dann anziehen (was noch gar nicht so einfach war, da ich die Arme gar nicht richtig bewegen konnte) und nach Hause gehen. Allerdings musste ich montags noch mal in die Sprechstunde des Chefarztes kommen, da dieser noch mal dabei schauen wollte.
Bei diesem Termin passierte allerdings nichts besonderes, es war soweit alles in Ordnung und auch schon gut am heilen. Die restliche Nachsorge soweit nötig könne dann der Hausarzt übernehmen.
Die nächsten Tage passierte dann auch nichts besonderes, ich war erstmal krankgeschrieben und alles heilte eigentlich gut vor sich hin.
Allerdings wurde ich dann Freitagmorgens wach und hatte zunächst auch keine Beschwerden, als ich mich allerdings umziehen wollte, stellte ich einen schon größeren Blutfleck in meinem Unterhemd fest. Es war also irgendwo an der rechten Brust ein Stück der Narbe aufgegangen. Dementsprechend stand ich dann auch sofort bei meinem Hausarzt auf der Matte. Dieser erklärte mir, dass könne schon Mal passieren. Es wurde eine Salbe aufgetragen und das ganze neu verbunden. Montags sollte ich dann wiederkommen. An diesem Montag hatte sich das ganze zu meinem “Glück” auch noch oberflächlich entzündet. Von da an musste ich jeden Tag zum Hausarzt und es wurde ein kleiner Antibiotika-Kegel in die Wunde eingelegt. Wenn das dann zu sei, wäre es in Ordnung. Bis das ganze wieder zu war, vergingen knapp anderthalb Wochen. Den Mittwoch der nächsten Woche erklärte mir der Arzt, dass das jetzt so heilen könne.
Aber es wäre ja nicht normal, wenn nicht wieder etwas schief gegangen wäre.
Freitags saß ich zu Hause und wollte nur eine Zeitung von der Erde aufheben. Als ich wieder hoch kam, merkte ich schon, dass da wieder was auslief. Also sofort ein Handtuch her, draufgedrückt und abermals zum Arzt.
Dieser schaute sich das ganze erneut an, und stellte jetzt fest, dass auf Grund der Tatsache, dass die Drainage zu früh entfernt wurde, Blut nicht abfließen konnte und somit unter der Haut geronnen war. Dies baut einen unnatürlichen Druck auf, der sich darin entlädt, dass die Wunde platzt und das Blut austritt.
Daher versuchte er das gesamte geronnene und freie Blut heraus zu drücken. Dies gelang ihm auch und so kam erneut Salbe und ein neuer Verband auf die Wunde.
Bei der Kontrolle am darauf folgenden Montag war aber dann endgültig festzustellen, dass alles heilte und auch keine Blutansammlung mehr vorhanden war.
Die 2. Operation
Am ersten Tag nach der Operation merkte ich im Laufe des Morgens dass der verbliebene Hoden und das Gewebe im Bereich des entfernten Hoden immer weiter anschwoll. Mehrmals sprach ich das Pflegepersonal darauf an und bekam jedes Mal zur Antwort, dass dies nach so einer OP durchaus normal sei und auch wieder abschwellen würde.
Nachdem das nach dem Mittagessen immer noch schlimmer wurde und langsam auch etwa schmerzte bestand ich darauf, dass sich ein Arzt dies einmal ansieht. So wurde einer der Assistenzärzte aus der Röntgenbesprechung geholt. Dieser schaute einmal kurz auf den Hoden und verließ das Zimmer wieder. Fünf Minuten später stand er mit einem der Oberärzte wieder im Raum. Dieser schaute auch einmal darauf und beide waren wieder weg. Kurz danach kam dann ein Arzt der Anästhesie und erklärte mir, dass ich nochmals operiert werden müsse, da wohl ein Blutgefäss aufgegangen sei. Logischerweise war ich davon nicht sehr begeistert, aber dann kam der eigentliche Hammer für mich. Der Arzt erklärte mir, dass eine Vollnarkose nicht möglich sei, da ich um 13.00 Uhr noch gegessen hätte und jetzt war es gerade mal 15:30 Uhr. Die einzigste Lösung sei eine Rückenmarknarkose. Ich erklärte ihm, dass das ja wohl gar nicht sein müsse, und bekam lediglich als Antwort, dass bei der Vollnarkose, das Risiko bei 50 % liegen würde zu ersticken.
So blieb mir nichts weiter übrig, als der OP mit Rückenmarknarkose zuzustimmen, allerdings unter der Bedingung meinerseits, dass ich während der OP nichts höre.
So lag ich dann bereits 15 Minuten später innerhalb eines Tages das zweite Mal im OP-Vorbereitungsraum. Sehr zu meiner Freude war die gleiche Oberärztin der Anästhesie da wie am Vortag. Nach einer kurzen Rücksprache mit der Chefärztin kam Sie auf mich zu und erklärte mir, dass Sie mir jetzt zunächst eine Lokalanästhesie in den Rücken spritzen würde und anschließend dort die Rückenmarknarkose setzen würde.
Sehr zu meiner Verwunderung hab’ ich von keiner der zwei Spritzen überhaupt irgendetwas gemerkt, es hieß nur auf einmal “Das war’s”. Das schlimmste an der ganzen Narkose war eigentlich, dass ich daraufhin meine eigenen Beine nicht mehr bewegen konnte. Ein Gefühl das man wirklich niemanden gönnt.
So wurde ich dann in den OP geschoben, wo ich dann noch ein leichtes Schlafmittel gespritzt bekam und einen Kopfhörer (leider nur mit klassischer Musik) aufgesetzt bekam.
Von der eigentlichen Musik bekam ich nichts mit, ich weiß nur, dass ich zwischendurch kurz richtig wach war und Durst hatte.
Nach einer guten halben Stunde war dann alles vorbei und ich lag mal wieder im Aufwachraum. Dort musste ich bleiben, bis ich beide Beine wieder bewegen konnte. Erst dann durfte ich wieder zurück auf die Station.
Die restlichen Tage vergingen eigentlich recht langweilig. Sonntags wurde die Drainage entfernt. Montags musste dann eine Computertomographie (CT) vom Abdomen (Bauchraum) erstell werden und Mittwochs noch ein CT Thorax (Brustkorb). Das einzig Schlimme daran war, dass ich jedes Mal bis ca. 14.00 Uhr warten musste und bis dahin nüchtern sein musste.
Zehn Tage nach der OP (Freitags) durfte ich dann das Krankenhaus wieder verlassen, mit der Maßgabe mich ruhig zu verhalten und Montags zum Fäden ziehen wieder zu kommen.