Am ersten Tag nach der Operation merkte ich im Laufe des Morgens dass der verbliebene Hoden und das Gewebe im Bereich des entfernten Hoden immer weiter anschwoll. Mehrmals sprach ich das Pflegepersonal darauf an und bekam jedes Mal zur Antwort, dass dies nach so einer OP durchaus normal sei und auch wieder abschwellen würde.
Nachdem das nach dem Mittagessen immer noch schlimmer wurde und langsam auch etwa schmerzte bestand ich darauf, dass sich ein Arzt dies einmal ansieht. So wurde einer der Assistenzärzte aus der Röntgenbesprechung geholt. Dieser schaute einmal kurz auf den Hoden und verließ das Zimmer wieder. Fünf Minuten später stand er mit einem der Oberärzte wieder im Raum. Dieser schaute auch einmal darauf und beide waren wieder weg. Kurz danach kam dann ein Arzt der Anästhesie und erklärte mir, dass ich nochmals operiert werden müsse, da wohl ein Blutgefäss aufgegangen sei. Logischerweise war ich davon nicht sehr begeistert, aber dann kam der eigentliche Hammer für mich. Der Arzt erklärte mir, dass eine Vollnarkose nicht möglich sei, da ich um 13.00 Uhr noch gegessen hätte und jetzt war es gerade mal 15:30 Uhr. Die einzigste Lösung sei eine Rückenmarknarkose. Ich erklärte ihm, dass das ja wohl gar nicht sein müsse, und bekam lediglich als Antwort, dass bei der Vollnarkose, das Risiko bei 50 % liegen würde zu ersticken.
So blieb mir nichts weiter übrig, als der OP mit Rückenmarknarkose zuzustimmen, allerdings unter der Bedingung meinerseits, dass ich während der OP nichts höre.
So lag ich dann bereits 15 Minuten später innerhalb eines Tages das zweite Mal im OP-Vorbereitungsraum. Sehr zu meiner Freude war die gleiche Oberärztin der Anästhesie da wie am Vortag. Nach einer kurzen Rücksprache mit der Chefärztin kam Sie auf mich zu und erklärte mir, dass Sie mir jetzt zunächst eine Lokalanästhesie in den Rücken spritzen würde und anschließend dort die Rückenmarknarkose setzen würde.
Sehr zu meiner Verwunderung hab’ ich von keiner der zwei Spritzen überhaupt irgendetwas gemerkt, es hieß nur auf einmal “Das war’s”. Das schlimmste an der ganzen Narkose war eigentlich, dass ich daraufhin meine eigenen Beine nicht mehr bewegen konnte. Ein Gefühl das man wirklich niemanden gönnt.
So wurde ich dann in den OP geschoben, wo ich dann noch ein leichtes Schlafmittel gespritzt bekam und einen Kopfhörer (leider nur mit klassischer Musik) aufgesetzt bekam.
Von der eigentlichen Musik bekam ich nichts mit, ich weiß nur, dass ich zwischendurch kurz richtig wach war und Durst hatte.
Nach einer guten halben Stunde war dann alles vorbei und ich lag mal wieder im Aufwachraum. Dort musste ich bleiben, bis ich beide Beine wieder bewegen konnte. Erst dann durfte ich wieder zurück auf die Station.
Die restlichen Tage vergingen eigentlich recht langweilig. Sonntags wurde die Drainage entfernt. Montags musste dann eine Computertomographie (CT) vom Abdomen (Bauchraum) erstell werden und Mittwochs noch ein CT Thorax (Brustkorb). Das einzig Schlimme daran war, dass ich jedes Mal bis ca. 14.00 Uhr warten musste und bis dahin nüchtern sein musste.
Zehn Tage nach der OP (Freitags) durfte ich dann das Krankenhaus wieder verlassen, mit der Maßgabe mich ruhig zu verhalten und Montags zum Fäden ziehen wieder zu kommen.
Die 2. Operation
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