Die Entfernung der Gynäkomastie

Nachdem ich also auch dieses Kapitel abgeschlossen und somit für mich zumindest mental mit der Erkrankung abgeschlossen hatte, konnte ich mich endlich auch um die Ursache des ganzen kümmern. Zunächst sträubte ich mich noch dagegen, da ich das Krankenhaus so schnell nicht wieder sehen wollte. Aber anders gesehen wollte ich, dass auch nicht mehr all zu lange vor mir her schieben. So kam es dass ich ziemlich kurzfristig während meines Urlaubs einen Termin zur Besprechung im Krankenhaus mit dem Chefarzt der Chirurgie ausmachte. Diesen Termin erhielt ich zu meiner Verwunderung auch schon zwei Tage später. So kam es, dass ich schneller wie ich gedacht hatte, mal wieder im Krankenhaus saß und mich mit einem Arzt unterhalten musste.
Der Chefarzt erklärte mir dann, dass das ganze keine große Sache sei, man aber nicht unbedingt noch lange warten sollte. Daher schlug er mir dann auch einen Termin für Mitte September vor, den ich ohne viel drüber nachzudenken annahm.
Dementsprechend hatte ich dann am 23. September 2004 einen Termin zur ambulanten Voruntersuchung. Dabei wurde dann erstmal Blut abgenommen, ein EKG erstellt und die Lunge geröntgt (wozu dieses Röntgenbild gut war, weiß ich bis heute noch nicht). Nachdem dann 5 Stunden vergangen waren, stand dann endlich auch fest, dass alle Ergebnisse in Ordnung waren. So durfte ich wieder nach Hause und sollte Donnerstag Nachmittag zur Aufnahme auf der Station erscheinen. Dem kam ich natürlich auch nach und kam Donnerstag brav wieder ins Krankenhaus. Allerdings hätte ich mir den Tag auch schenken können. Es hätte m.E. auch gereicht, wenn ich wie zur Tumor-OP auch Freitags morgens erschienen wäre. Aber die Ärzte wollten es ja anders und so saß ich den Donnerstag dumm im Krankenhaus rum.
Aber dafür war ich Freitags dann auch der erste der operiert wurde. Bereits um 06.30 wurde ich von den Krankenschwestern geweckt, da ich mich für die OP vorbereiten (sprich OP-Hemd und Thrombosestrümpfe anziehen) sollte. Das war aber in eigentlich fünf Minuten erledigt und so saß ich dann noch eine Stunde mit knurrendem Magen in meinem Zimmer. Gegen halb acht kam dann eine Krankenschwester und brachte mir die Beruhigungstablette, welche ich einnehmen sollte. Aber genau wie beim ersten mal auch, konnte die gar nicht wirken, da ich schon fünf Minuten später Richtung OP gerollt wurde. Als wir mit dem Bett vor dem Aufzug standen, erklärte ich der Krankenschwester, dass ich noch mal auf Toilette müsse. Da direkt neben den Fahrstühlen die Besuchertoilette ist, meinte sie ich solle dann kurz dahin gehen, sie würde schon auf mich warten. Da ich aber ja eigentlich schon im Bett lag, musste ich also im OP-Hemd und auf Thrombose-Strümpfen auf die Toilette. Was mir erst später bewusst wurde, war dass man mich so auch in den OP brachte. Soviel also zur sterilen Hygiene dort. (:-). Aber es hat ja nicht geschadet.
Im OP angekommen, dann das übliche Spiel, zunächst wurde im Vorbereitungsraum das EKG und das Blutdruckmessgerät angeschlossen. Dann kam die Chefärztin der Anästhesie, die an dem morgen die Narkose übernehmen sollte. Während Sie die Nadel legte, versuchte Sie mir zu erklären, dass ich mich zu sehr verkrampfen würde und das die Situation für Sie und für mich nur unnötig erschwere. Dafür hätte ich ja schon wieder unter die Decke gehen können. Ich weiß wirklich nicht ob die Ärzte immer wissen wovon sie reden bzw. würde es mich mal interessieren, wie diese sich in solchen Situationen verhalten.
Aber dann war der Zugang auch schon drin und sie konnte das Narkosemittel spritzen. Ich weiß nur noch, dass die Ärztin mich nach meinem Alter gefragt hat. In dem ich ihr die Antwort gab, fing die Lampe an der Decke über mir an sich zu drehen und ich war weg.
Wach wurde ich dann wieder im Aufwachraum. Dort musste ich mich dann erstmal orientieren. Nachdem ich dann noch zweimal wieder eingeschlafen war, war ich endlich wieder bei mir und wusste wo ich bin. Lediglich was jetzt so genau passiert war, wusste ich noch nicht. Kurz danach wurde ich dann aber wieder auf die Station geholt und dort erklärte mir ein Oberarzt anschließend wie man die OP durchgeführt hatte und das es notwendig gewesen sei in jede der zwei Wunden eine Drainage zu legen. Der restliche Freitag verging dann mit viel Schlafen eigentlich auch sehr schnell.
Samstag morgens kam der Chefarzt selber zur Visite. Er erklärte mir auch noch mal kurz, was gemacht wurde. Danach schaute er sich die Nähte und die Drainagen an. Daraufhin kam er zu dem Ergebnis, das scheinbar schon nicht mehr viel Blut in die Drainage fließe und diese daher entfernt werden könnten. Das erledigte er auch direkt selber und so war ich diese zwei lästigen Teile nicht mal 24 Stunden nach der OP wieder los.
Auf meine Frage wann man ungefähr mit einer Entlassung rechnen könne (ich selber ging von fünf Tagen Aufenthalt aus), antwortete er: “Dort ist die Tür, wenn Sie wollen können Sie heute gehen.” Das war mir dann aber doch irgendwie unheimlich und das erklärte ich auch so.
Daraufhin schlug er mir vor, noch einen Tag im Krankenhaus zu bleiben und am Sonntag nach der Visite zu gehen. Das kam mir schon besser vor und so willigte ich ein. Nachmittags wurde ich dann völlig überraschend von meiner Freundin, die damals noch knapp 80 km entfernt wohnte besucht. Etwas wo ich nicht mit gerechnet hatte, da sie eigentlich am nächsten Tag für eine Woche kommen wollte.
Am Sonntagmorgen kam dann einer der Oberärzte zur Visite, dieser schaute sich die Nähte an und meinte, da müsste ich wohl noch etwas dableiben. Ich erwiderte ihm daraufhin, dass der Chef mich schon gestern entlassen wollte und man sich aber auf den heutigen Tage geeinigt habe. Widerwillig meinte er dann, wenn der Chef das gesagt habe sei dies wohl korrekt.
Daher durfte ich mich dann anziehen (was noch gar nicht so einfach war, da ich die Arme gar nicht richtig bewegen konnte) und nach Hause gehen. Allerdings musste ich montags noch mal in die Sprechstunde des Chefarztes kommen, da dieser noch mal dabei schauen wollte.
Bei diesem Termin passierte allerdings nichts besonderes, es war soweit alles in Ordnung und auch schon gut am heilen. Die restliche Nachsorge soweit nötig könne dann der Hausarzt übernehmen.
Die nächsten Tage passierte dann auch nichts besonderes, ich war erstmal krankgeschrieben und alles heilte eigentlich gut vor sich hin.
Allerdings wurde ich dann Freitagmorgens wach und hatte zunächst auch keine Beschwerden, als ich mich allerdings umziehen wollte, stellte ich einen schon größeren Blutfleck in meinem Unterhemd fest. Es war also irgendwo an der rechten Brust ein Stück der Narbe aufgegangen. Dementsprechend stand ich dann auch sofort bei meinem Hausarzt auf der Matte. Dieser erklärte mir, dass könne schon Mal passieren. Es wurde eine Salbe aufgetragen und das ganze neu verbunden. Montags sollte ich dann wiederkommen. An diesem Montag hatte sich das ganze zu meinem “Glück” auch noch oberflächlich entzündet. Von da an musste ich jeden Tag zum Hausarzt und es wurde ein kleiner Antibiotika-Kegel in die Wunde eingelegt. Wenn das dann zu sei, wäre es in Ordnung. Bis das ganze wieder zu war, vergingen knapp anderthalb Wochen. Den Mittwoch der nächsten Woche erklärte mir der Arzt, dass das jetzt so heilen könne.
Aber es wäre ja nicht normal, wenn nicht wieder etwas schief gegangen wäre.
Freitags saß ich zu Hause und wollte nur eine Zeitung von der Erde aufheben. Als ich wieder hoch kam, merkte ich schon, dass da wieder was auslief. Also sofort ein Handtuch her, draufgedrückt und abermals zum Arzt.
Dieser schaute sich das ganze erneut an, und stellte jetzt fest, dass auf Grund der Tatsache, dass die Drainage zu früh entfernt wurde, Blut nicht abfließen konnte und somit unter der Haut geronnen war. Dies baut einen unnatürlichen Druck auf, der sich darin entlädt, dass die Wunde platzt und das Blut austritt.
Daher versuchte er das gesamte geronnene und freie Blut heraus zu drücken. Dies gelang ihm auch und so kam erneut Salbe und ein neuer Verband auf die Wunde.
Bei der Kontrolle am darauf folgenden Montag war aber dann endgültig festzustellen, dass alles heilte und auch keine Blutansammlung mehr vorhanden war.

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