Wie hatte ich mir nur einbilden können, die ganze Geschichte sei hier wirklich zu Ende gewesen. Hätte mir ja eigentlich schon selber klar sein müssen, dass das so nicht sein kann.
Jedenfalls bekam das ganze im April 2004 mal wieder eine neue Wendung. Irgendwie bekam ich zu diesem Zeitpunkt, mal wieder das mir allzu bekannte Gefühl, dass die rechte Brust anfing zu spannen und größer zu werden. “Aber so ein Blödsinn, bin doch gerade erst vor sieben Monaten operiert worden und es wurde schließlich alles entfernt.” Also, den Gedanken ganz schnell wieder verdrängt, man kann sich schließlich auch was einreden. Aber in den nächsten Wochen habe ich immer weniger das Gefühl, dass ich mir dies nur einrede.
Also was liegt näher, als einen Termin für eine Ultraschalluntersuchung zu machen und sich bestätigen zu lassen, dass da absolut nichts ist. Also geh’ ich am 18.05.04 zur Ultraschalluntersuchung. Der Arzt bestätigt mir dann auch, dass sonographisch keine Auffälligkeiten festzustellen sind (wusste ich es also doch!). Allerdings rät er, aufgrund der Vorgeschichte zu einer Kernspintomographie der rechten Brustwand.
Jetzt hatte ich endlich wieder Oberwasser, schließlich war ja nichts festzustellen. So war es für mich auch gar kein Problem einen Termin für ein MRT zu vereinbaren.
Dies sollte dann eine knappe Woche später am 27.05.05 so weit sein. Kernspintomographie war mir aufgrund der Nachsorgeuntersuchungen ja schon nichts unbekanntes, daher war es für mich schon fast etwas normales. Als ich dann aber in dieser Röhre lag, war mir ziemlich schnell klar, dass scheinbar doch etwas nicht stimmte. Erstens dauerte die Untersuchung länger als sie eigentlich sollte, zweitens bemerkte ich irgendwann das typische Wärmegefühl einer MRT-Untersuchung auch auf der linken Seite. Da fing ich dann doch schon wieder das Grübeln an. Nach der Untersuchung musste ich zunächst noch mal im Wartezimmer platz nehmen, bis ich von der Ärztin aufgerufen wurde.
Diese fing Ihre Erklärung dann damit an, dass man an der rechten Brust Fettgewebe festgestellt habe, daher sei zur Kontrolle noch eine Aufnahme der linken Brust gemacht worden (sie erzählt nichts wirklich neues, dass hatte ich auch schon bemerkt). Hier habe man auch Fettgewebe festgestellt, allerdings nur in minimalster Menge. Sie erklärte und umschrieb das ganze eine Weile, bis ich ihr sagte, sie solle mir doch einfach sagen, dass es sich um eine Gynäkomastie handele. Da sie meine Vorerkrankungen nicht kannte, war sie zunächst etwas verdutzt und jetzt fing ich erstmal an zu erklären. (:-)
Nachdem dann soweit alle wichtigen Daten ausgetauscht waren, erklärte sie mir dann, dass demnach ein Rezidiv aufgetreten sei. Sie empfahl zunächst keine weitere operative Behandlung, stattdessen sollte es einfach nur vom Urologen beobachtet werden.
Nachdem dieser den Befund vorliegen hatte, teilte er diese Meinung. So wurde es im Rahmen der vierteljährlichen Routineuntersuchungen mit kontrolliert. Allerdings mit dem Ergebnis, das es immer etwas mehr wurde.
So konnte ich mich dann bis ungefähr Frühjahr 2005 “retten”. Dann fing es allmählich doch wieder an, Probleme zu bereiten. So spürte ich gelegentlich eine Art Druck auf den Rippen.
Im Juni musste ich dann wieder mal einsehen, dass es so nicht weiter geht und ich die Sache ganz offensichtlich nochmals operativ entfernen lassen muss.
So besorgte ich mir zunächst ziemlich kurzfristig einen Termin im Krankenhaus zur Besprechung mit dem Chefarzt.
Dieser teilte meine Meinung, die Gynäkomastie zu entfernen, wollte dies aufgrund der Ergebnisse zunächst aber nur rechts machen und ich sollte abwarten, wie es sich auf der linken Seite entwickelt.
Das war allerdings eine Vorstellung mit der ich mich nicht anfreunden konnte. Wenn ich jetzt sowieso ins Krankenhaus und den OP musste, dann sollten m.E. auch beide Seiten operiert werden, so dass dann zu 99% Ruhe einkehren musste. Ganz bestimmt aber, hatte ich keine Lust mich jetzt operieren zu lassen und evtl. in einem halben Jahr nochmals. Dies erklärte ich auch dem Chefarzt, allerdings brauchte es einige Diskussionen, an deren Ende allerdings ich gewann. ![]()
So erhielt ich einen Termin zur vorstationären Untersuchung für den 18. Juli 2005. An diesem Tag hatte ich gegen 11.00 Uhr dort zu erscheinen. Nachdem ich mich in der Patientenverwaltung angemeldet hatte, musste ich in die chirurgische Ambulanz. Nachdem einer kurzen Wartezeit wurde ich aufgerufen. Nun wurde mir zunächst Blut abgenommen, anschließend erschien eine Assistenzärztin, die sich das ganze noch mal anschaute und mit mir das Aufklärungsgespräch über evtl. Risiken etc. führte. Was mich allerdings wunderte war, dass dabei abermals nur von der rechten Seite gesprochen wurde. Auf meine Nachfrage hin, wurde mir erklärt, dass auch nur dies in der Akte vermerkt sei. Da ich logischerweise sofort protestierte, wurde dann der Chefarzt angerufen, der sodann persönlich erschien und die Sache klärte. Es war lediglich vergessen worden, nach besagter Diskussion, die Änderung in die Akte zu übertragen. So blieb es allerdings dabei, dass nun beide Seiten operiert werden sollten. Nach einem anschließenden Narkosegespräch mit einer Anästhesistin durfte ich für diesen Tag nochmals nach Hause.
Ich sollte dann am nächsten Morgen (19. Juli) um 7:00 Uhr auf der Station erscheinen. Nach der Aufnahme dort und entsprechender Vorbereitung sollte ich dann um 8:00 Uhr operiert werden.
Nachdem ich einigermaßen gut geschlafen hatte, machte ich mich also mal wieder auf den Weg und war dann auch pünktlich auf Station 12. Dort zeigte man mir zunächst mein Zimmer, welches ich vorerst für mich alleine hatte, und fing dann langsam an, mich auf die OP vorzubereiten. Gegen 07:20 Uhr erschien dann eine Krankenschwester, die mir eine Beruhigungstablette brachte, verbunden mit den Hinweisen, dass sie mich in ca. 20 Minuten in den OP bringen würde und dass ich, nachdem ich die Tablette genommen hätte nicht mehr aus dem Bett steigen sollte. Dies brachte mich doch etwas zur Verwunderung, war ja schließlich nicht meine erste OP, aber das hatte man mir noch nie gesagt. Zehn Minuten später kam es, wie es in solch einer Situation kommen muss, ich spürte einen Druck auf der Blase. Also kurz überlegen und dann zu dem Ergebnis kommen, dass die Situation keinen Aufschub duldet. Da diese Tabletten bei den bisherigen OP’s bei mir auch keine großartige Wirkung zeigten, machte ich mir keine Gedanken und ging nochmal auf Toilette. Und es ging auch alles gut. Nachdem ich gerade wieder auf dem Zimmer war, kam die Krankenschwester zurück um mich nun in den OP zu bringen. Wie ich so genau in den Vorbeitungsraum gekommen bin, weiss ich im nachhinein nicht mehr. Im Rückblick kann ich daher auch verstehen, warum ich nach der Tablette im Bett bleiben sollte. Ich kann mich jedenfalls nur noch daran erinnern, dass ich im Bett aus dem Zimmer gefahren wurde, das nächste ist dann schon die Schleuse vor dem OP (der weg bis dahin einschließlich Aufzug: keine Ahnung!). Da hatte ich allerdings mal wieder ein nettes Erlebnis.
Nachdem ich vom Bett auf die “OP-Pritsche” gewechselt hatte, gab man mir diesemal ein grünes Tuch zum zudecken und nicht wie die letzten male ein weisses. Daraufhin fragte ich die Krankenschwester aus Spaß, ob sie hier neue Decken hätten. Daraufhin entgegnete Sie mir, ob ich schon mal hier im OP gewesen sei, dass ich das wüsste. Etwas verwundert erklärte ich ihr, dass ich schon mehrmals operiert worden wäre und erläuterte ihr die Geschichte. Hierauf bekam ich dann nur zu hören, “Gut das sie das sagen, das Zentralarchiv hat nämlich mitgeteilt, dass es zu ihrer Person noch keine Akte gibt, da müssen wir dann nochmal nachhören”. Ich muss schon sagen, auch das war mal wieder sehr ermutigend, so kurz vor der OP.
Als das geklärt war, ging es dann mal wieder in den Vorbereitungsraum, aber auch von dem Weg bis dahin weiss ich nichts. Dort angekommen, stellt sich mir mal wieder die Chefärztin der Anästhesie vor und legte dann den venösen Zugang, anschließend verliess sie den Raum nochmals, wie lange ist mir ebenfalls nicht bewusst. Jedenfalls hörte ich als nächstes die Stimme der Anästhesistin hinter mir, als sie den Raum wieder betrat und sagte “So, dann wollen wir mal anfangen”. Aber das sie neben mich gekommen ist und die Narkose gespritzt hat, weiss ich wie vieles andere von dem Tag auch nicht.
Das nächste, was ich dann wieder weiss, ist das ich im Aufwachraum aufgewacht bin und mir zunächst garnicht bewusst war, dass die OP bereits gelaufen war. Nachdem ich noch ein paar mal wieder eingeschlafen war, kam die Anästhesistin an mein Bett um Puls und Blutdruck zu prüfen. Sie erklärte mir, dass sie nachher noch auf die Station käme und mir über den Verlauf der Narkose berichten würde.
Kurze Zeit später teilte man mir dann auch schon mit, dass ich gleich wieder abgeholt würde und auf die Station käme. Dort angekommen, habe ich mich die meiste Zeit des Tages mal wieder ausgeschlafen. Zwischendurch kam dann mak wie versprochen die Anästhesistin und kurze Zeit später auch der Operateur. Beide erzählten mir dann wie die OP so abgelaufen war. Der Chirurg teilte mir mit, dass soweit alles problemlos verlaufen sei, man habe nur dieses mal weiter Richtung Rippenbogen schneiden müssen. Insgesamt habe das entfernte Drüsengewebe eine Größe von zwei reifen Kirschen gehabt.
Die nächsten Tage verliefen eigentlich recht ruhig, ich verbrachte die gesamte Zeit eigentlich nur damit, auf meine Entlassung zu warten. Ausser einer Verbandskontrolle jeden Tag passierte ja nichts weiter. Und die Verheilung verlief diesmal zum Glück problemloser als beim ersten Mal, was vielleich aber auch daran lag, dass die Drainage diesmal länger drin blieb als bei der ersten OP. Diese wurde erst Donnerstagmorgen gezogen.
Entlassen wurde ich dann Freitags morgens, mit der Massgabe mich die nächste Zeit ruhig zu verhalten und am darauffolgenden Dienstag zur ambulanten Kontrolle zu kommen. Bei dieser Kontrolle wurde dann noch ein Ultraschall der Narben gemacht, da ich mal wieder größere Hämathome hatte und man ausschliessen wollte, das sich abermals Blut ansammelt. Aber hier konnte im Anschluss Entwarnung gegeben werden, so dass ich noch eine Weile krankgeschrieben wurde, bis zur Abheilung, und die Sache damit erledigt war.
Unfreiwillige Fortsetzung
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