Die Behandlung von Hodenkrebs kann ebenso unerwünschte Nebenwirkungen habe wie nahezu alle anderen Behandlungsmethoden in der Medizin.
Ob und in welchem Rahmen Nebenwirkungen auftreten, hängt zu großen Teilen von der genauen Art sowie dem Verlauf der Erkrankung ab. Ein Patient mit Chemotherapie wird (logischerweise) mehr Nebenwirkungen spüren wie ein Patient mit Strahlenbehandlung.
Eines jedoch vornweg, die Entfernung eines einzelnen Hodens hat keinen Einfluss auf die Potenz. Der Wunsch nach Sexualität, die Spermienproduktion, die Erektion sowie die Ejakulation und die Fähigkeit Kinder zu zeugen wird durch die einseitige Orchidektomie nicht beeinflusst. Diese Funktionen des männlichen Organismus werden von dem verbliebenen Hoden i.d.R. vollständig übernommen.
Die Strahlenbehandlung hat in der Regel nur wenige Nebenwirkungen. Am häufigsten tritt hierbei Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf, dem kann jedoch durch Medikamente sehr gut entgegen getreten werden.
Weiterhin kann durch die Strahlentherapie eine leichte Verbrennung der Haut auftreten. Dies ist jedoch nur von vorübergehender Dauer und klingt nach Ende der Therapie wieder ab.
Darüber hinaus kann die Spermienproduktion, sprich die Fähigkeit Kinder zu zeugen vorübergehend beeinträchtigt werden. In den meisten Fällen erholt sich die Spermienproduktion nach dem Ende der Behandlung rasch, in seltenen Fällen ist aber auch eine dauerhafte Schädigung oder sogar ein Versiegen der Spermienproduktion möglich.
Daher empfiehlt es sich vorsorglich, vor Beginn der Behandlung eine Kryokonservierung durchzuführen.
Die bei der Chemotherapie auftretenden Nebenwirkungen hängen maßgeblich von der Auswahl der Medikamente und der Anzahl der Zyklen (Therapiedauer) ab.
Möglicherweise wird während der Behandlung Übelkeit und Erbrechen auftreten. Dies muss allerdings nicht zwangsläufig so sein und kann bei auftreten jedoch mit entsprechenden Mitteln sehr gut beherrscht werden.
Während der Behandlung werden die Kopfhaare vollständig ausfallen und einige Wochen nach Abschluss der Behandlung wieder nachwachsen.
Weiterhin kommt es bedingt durch die Eigenart der Zytostatika zur Zerstörung und somit zum Abfall der Anzahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Dies führt zu einer erhöhten Anfälligkeit für Infektionen.
Zu den seltener auftretenden Nebenwirkungen gehört die Verschlechterung des Hörvermögens, Geschmacksstörungen, Kribbeln in Händen und Füssen sowie eine Schädigung der Lungenfunktion.
Darüber hinaus kann ebenso wie bei der Strahlenbehandlung die Fertilität vorübergehend beeinträchtigt werden. Die Wahrscheinlichkeit ist hier jedoch höher wie bei der Strahlenbehandlung. Außerdem kann durch die Gabe von Zytostatika das Erbgut vorübergehend geschädigt werden. Daher wird auch von der Zeugung von Kindern innerhalb von drei Jahren nach Ende der Chemotherapie abgeraten. In der Regel wird sich innerhalb dieses Zeitraumes der Zustand wieder normalisieren.
Daher empfiehlt es sich auch hier, vor Beginn der Behandlung eine Kryokonservierung durchzuführen.